Motoröl & Getriebeöl unterscheiden lernen: Was Sie wissen müssen

28. August 2025

Motoröl und Getriebeöl sind nicht austauschbar. Eine Verwechslung kann zu teuren Schäden, vorzeitigem Verschleiß oder sogar zum Totalausfall von Motor oder Getriebe führen. Doch worin liegen die Unterschiede der Schmierstoffe und wie kann man von Getriebeöl Motoröl unterscheiden, und umgekehrt? Und warum ist es so wichtig, das richtige Öl zu verwenden?

Was ist Motoröl? Eigenschaften und Einsatzbereiche

Motoröl sorgt dafür, dass alle beweglichen Teile reibungslos zusammenarbeiten und der Motor zuverlässig läuft. Die Funktionen von Motoröl:

  • Schmierung: Reduziert Reibung zwischen Kolben, Lagern und anderen beweglichen Teilen.
  • Kühlung: Transportiert Wärme ab und verhindert Überhitzung.
  • Reinigung: Bindet Schmutz, Metallabrieb und Verbrennungsrückstände.
  • Korrosionsschutz: Schützt Metallteile vor Rost und Oxidation.
  • Dichtung: Unterstützt die Abdichtung zwischen Kolben und Zylinderwand.

Ohne Motoröl würde der Motor innerhalb weniger Minuten überhitzen und sich selbst zerstören.

Motoröl kommt überall dort zum Einsatz, wo Verbrennungsmotoren arbeiten: bei PKW-, LKW- und Motorrad-Motoren, bei Industriemotoren, Rasenmähern, Kettensägen und so weiter.

Welche Eigenschaften hat Motoröl?

Motoröl ist speziell auf die dynamischen Bedingungen im Motor abgestimmt. Es ist dünnflüssiger als Getriebeöl, um auch bei Kälte schnell zu fließen und bei Hitze stabil zu bleiben (z. B. 5W-30, 10W-40). Es muss extreme Hitze (bis über 100 °C) und Kälte (bis -30 °C) aushalten. Motoröl muss regelmäßig gewechselt werden, da es durch Verbrennungsrückstände und Hitze schneller altert.

Verschiedene Additive haben zusätzliche Aufgaben:

  • Reinigungsadditive (halten den Motor sauber)
  • Dispergieradditive (verhindern Ablagerungen)
  • Oxidationsinhibitoren (verlängern die Öl-Lebensdauer)
  • Viskositätsindex-Verbesserer (sorgen für gleichbleibende Fließeigenschaften)

Was ist Getriebeöl? Eigenschaften und Einsatzbereiche

Während Motoröl den Motor schützt, ist Getriebeöl für die reibungslose Kraftübertragung im Getriebe zuständig. Es muss extremen Druck und Scherkräfte aushalten – Bedingungen, die Motoröl überfordern würden. Getriebeöl wird seltener gewechselt als Motoröl, aber ein Wechsel ist trotzdem wichtig, um Schäden zu vermeiden.

Die Aufgaben von Getriebeöl:

  • Schmierung unter Druck: Verhindert Metall-auf-Metall-Kontakt in Zahnrädern und Lagern.
  • Verschleißschutz: Schützt vor Abrieb und verlängert die Lebensdauer des Getriebes.
  • Wärmeabfuhr: Kühlt die mechanischen Komponenten.
  • Geräuschdämpfung: Reduziert das „Heulen“ des Getriebes.
  • Korrosionsschutz: Verhindert Rost in feuchten Umgebungen.

Ohne Getriebeöl würde das Getriebe blockieren oder sich selbst zerstören. Getriebeöl wird überall dort eingesetzt, wo Zahnräder, Lager oder mechanische Kraftübertragung stattfindet: Im Schalt-/Automatikgetriebe und im Achsgetriebe in Fahrzeugen, in Industriegetrieben wie z.B. bei Förderanlagen, und in Schiffen und Baumaschinen.

Welche Eigenschaften hat Getriebeöl?

Getriebeöl ist robuster und zähflüssiger als Motoröl. Es ist dickflüssiger, um den hohen Drücken in Zahnradgetrieben standzuhalten (z. B. 75W-90, 80W-140). Es bleibt auch unter hohem mechanischem Stress stabil (Scherstabilität) und altert langsamer als Motoröl. Die folgenden Additive übernehmen zusätzliche Funktionen:

  • EP-Additive (Extreme Pressure): Bilden Schutzschichten bei extremem Druck.
  • Verschleißschutzadditive: Reduzieren Abrieb an Zahnrädern.
  • Schauminhibitoren: Verhindern Schaumbildung, die die Schmierung beeinträchtigt.

Wie erkenne ich den Unterschied? Praktische Tipps

Motoröl und Getriebeöl sehen auf den ersten Blick oft ähnlich aus. Aber: Sie sind unterscheidbar.

Auf der Verpackung: Diese Kennzeichnungen helfen

Die Aufschrift auf der Flasche oder dem Kanister gibt klare Hinweise. Auf Motoröl werden Begriffe stehen wie "Motor Oil", "Engine Oil" oder "Motorenöl". Viskositätsklassen wie 5W-30, 10W-40, 15W-50 (nach SAE-Norm) und Spezifikationen wie API (z. B. SN, SP), ACEA (z. B. A3/B4), oder Herstellerfreigaben (z. B. VW 502.00, MB 229.5) sind weitere klare Hinweise.

Getriebeöl läuft unter Bezeichnungen wie „Gear Oil“, „Getriebeöl“, „Transmission Fluid“ oder „Differential Oil“. Zu erwartende Viskositätsklassen sind 75W-90, 80W-140, 85W-140 (nach SAE J306) und Spezifikationen wie API GL-4, GL-5 (für Schaltgetriebe) oder ATF (Automatic Transmission Fluid) für Automatikgetriebe sind bei Getriebeölen in Verwendung.

Achten Sie auf Herstellerangaben im Handbuch Ihres Fahrzeugs oder Geräts – dort steht genau, welches Öl benötigt wird!

Viskositätsklassen: Was bedeuten die Zahlen?

Die Viskosität (Zähflüssigkeit) wird bei beiden Ölarten nach der SAE-Norm klassifiziert – aber mit unterschiedlichen Skalen.

Der erste Wert beschreibt die Wintereignung (wie dünnflüssig bzw geeignet das Öl bei Kälte ist) und der zweite Wert die Viskosität bei Betriebstemperatur bzw. 100 °C.

Typische Klassen bei Motoröl sind 0W-20, 5W-30, 10W-40, 15W-50. Typische Klassen bei Getriebeöl sind 75W-80, 75W-90, 80W-140, 85W-140.

Merkhilfe: Motoröl hat kleinere Zahlen (z. B. 5W-30), Getriebeöl hat größere Zahlen (z. B. 75W-90).

Farbe und Geruch: Kann man Ölarten unterscheiden?

Unterschiede in Aussehen und Geruch sind nicht immer eindeutig. Additive können beides beeinflussen. Als Daumenregel zur Orientierung:

Motoröl ist meist hell- bis mittelbraun (frisch) und wird mit der Zeit dunkelbraun bis schwarz (durch Verbrennungsrückstände). Es riecht eventuell leicht verbrannt, oder auch einfach neutral und ölig, wenn es frisch ist.

Getriebeöl ist oft dunkler und trüber (frisch: bernsteinfarben bis dunkelbraun)., Es riecht intensiver, oft leicht metallisch oder nach Schwefel.

Verlassen Sie sich nie allein auf Farbe oder Geruch! Die Verpackung und Spezifikationen sind entscheidend. Altöl beider Arten kann ähnlich aussehen – hier hilft nur die Dokumentation weiter.

Was passiert, wenn man Motoröl statt Getriebeöl verwendet?

Eine Verwechslung von Motoröl und Getriebeöl kann schwere Folgen für Ihr Getriebe haben. Motoröl ist nicht für die extremen Drücke und Scherkräfte in einem Getriebe ausgelegt. Motoröl ist zu dünnflüssig, um Zahnräder und Lager unter Druck ausreichend zu schützen. Ohne EP-Additive (Extreme Pressure) kommt es zu Metall-auf-Metall-Kontakt – die Zahnräder „fressen“ sich fest. Motoröl schäumt im Getriebe stärker, was die Schmierung zusätzlich verschlechtert. Ein großes weiteres Problem ist Überhitzung: Motoröl kann die Wärme nicht ausreichend abführen, was zu thermischer Überlastung führt.

Symptome

Hinweise auf falsches Öl sind ein "heulendes" Getriebe, schwieriges Schalten und im schlimmsten Fall blockiert das Getriebe. Knirschende oder mahlende Geräusche beim Fahren geben einen schnellen ersten Hinweis, dass etwas nicht stimmt. Bei Automatikgetrieben kann falsches Öl zu ruckelndem Fahrverhalten oder Totalausfall führen!

Motoröl statt Getriebeöl: Was tun?

Falls Sie versehentlich Motoröl ins Getriebe gefüllt haben, bleiben Sie stehen. Weiterfahren verschlimmert den Schaden. Lassen Sie das Öl komplett ab und spülen (am besten in der Werkstatt). Lassen Sie auf jeden Fall das Getriebe auf Schäden überprüfen, besonders, wenn Sie schon Geräusche wahrgenommen haben.

Was passiert, wenn man Getriebeöl statt Motoröl verwendet?

Auch die umgekehrte Verwechslung – Getriebeöl im Motor – hat schwere Konsequenzen. Getriebeöl ist nicht für die Anforderungen eines Verbrennungsmotors ausgelegt. Es ist zu dickflüssig und fließt bei Kälte schlecht. Es kann den Motor quasi "verstopfen", weil es Schlamm und Ablagerungen nicht bindet. Außerdem ist Motoröl hitzebeständiger und der Motor kann mit Getriebeöl überhitzen.

Symptome

Die ersten Warnsignale sind ein unruhig laufender Motor, Rauchentwicklung aus dem Auspuff und die Öldruckwarnleuchte. Leistungsverlust, erhöhter Spritverbrauch, erhöhter Verschleiß und Motorklappern sind typische Zeichen. Bei längerem Betrieb droht ein Motorschaden.

Sofortmaßnahmen bei Verwechslung

Falls Sie Getriebeöl in den Motor gefüllt haben, fahren Sie nicht weiter. Lassen Sie das Öl ab und wechseln Sie den Ölfilter. Prüfen Sie den Motor auf Schäden und beobachten Sie Öldruck und Motorlauf im Anschluss im Betrieb mit passendem Motoröl genau. Bei Auffälligkeiten suchen Sie am besten eine Werkstatt auf.

Der passende Schmierstoff für Motor und Getriebe

Motoröl und Getriebeöl sind nicht austauschbar – jede Sorte ist für spezifische Aufgaben optimiert. Motoröl ist dünnflüssiger, reinigt, kühlt und schützt vor Verschleiß im Verbrennungsmotor. Getriebeöl ist zähflüssiger, schützt unter extremem Druck und sorgt für reibungslose Kraftübertragung. Verwechslungen führen zu schweren Schäden sowohl im Motor als auch im Getriebe.

Bei Mack Heidelberg sind Sie an der richtigen Adresse für hochwertige Motor- und Getriebeöle für jeden Einsatzbereich.

Zu unseren Angeboten zu Motoröl

Zu unseren Angeboten zu Getriebeöl

Sie haben Fragen zum Thema Getriebeöl und Motoröl oder möchten Öl bestellen? Wir sind per Telefon oder Email gerne für Sie da.